3. Liga


1899: Die Gründung

Am 20.08.1899 wurde, nach dem üblichen sonntäglichen Kick auf dem Glauburgplatz, der Fußball-Sportverein Frankfurt von 16 Frankfurter Buben gegründet. Schon ein Jahr zuvor, im Sommer 1898, hatten sie damit begonnen, als FC Nordend gemeinsam Fußball zu spielen. Die meisten von ihnen waren noch Schüler oder gerade dem schulpflichtigen Alter entwachsen. Aber alle zusammen waren sie die Idealisten.

Die Namen aller Gründer sind nicht mehr bekannt. Zu ihnen zählten die Brüder Strauß, Eberhard Kuchler, Friedel Gerbig, Philipp Stamm, Karl Spießhofer, Karl Münich, Joseph Fleckenstein, Jaques Kropf, Ludwig Meier, L. Japke, Herrmann Decher und Karl Heiderich. Die Gründer kamen vorwiegend aus dem Kleinbürgertum. Über große finanzielle Möglichkeiten verfügten sie nicht.

Fußball steckte hierzulande in den Kinderschuhen, doch die Begeisterung für diese neue „Kampfsportart” war von England kommend auf den Kontinent übergeschwappt und gerade bei den Jugendlichen fand sie immer mehr Anklang. Allerdings war das raue Spiel mit dem Ball gesellschaftlich verpönt. Kicken galt als unschicklich, vor allem ältere Leute beschimpften die Spieler als „Fußlümmel”, die lieber einen anständigen Sport mit den Händen betreiben sollten. Die 16 Frankfurter Jungs ließen sich von all dem nicht beirren. Zu groß war die Faszination, die das Fußballspiel auf sie ausübte.

1900: Der FSV greift in das offizielle Spielgeschehen ein

Die Vereinsgründung war also vollzogen, doch der Neuling wollte nun auch ins offizielle Spielgeschehen eingreifen. Ein paar Monate mussten die „Helden der ersten Stunde” allerdings noch warten, ehe im Jahre 1900 die polizeiliche Anerkennung erfolgte. Wie es die Gruppe geschafft hat, die erforderlichen Genehmigungen zu erhalten, ist nicht mehr exakt zu klären. Möglich, dass einige ältere Mitglied dabei helfen konnten, die Formalitäten zu erledigen.

Der erste Sportplatz des FSV war die städtische Spielwiese im Prüfling. Ein Spiel gegen den drei Monate älteren Klub „Frankofurtia” wurde vereinbart und von den Bornheimern klar mit 5:1 gewonnen. Damit war der erste öffentliche Auftritt ein voller Erfolg.

Langsam aber sicher stießen die Bornheimer in die Phalanx der Frankfurter Spitzenvereine vor. Bereits 1902/03 nahmen „die Bernemer” erstmals an den Spielen um die Süddeutsche Meisterschaft teil. Nachdem in der Vorrunde der Wiesbadener FC besiegt worden war, wartete in der Zwischenrunde der altehrwürdige FC Hanau 93. Nach einem hartem Kampf unterlag der FSV gegen den haushohen Favoriten „nur” mit 6:3.

Die Spielkleidung war zu dieser Zeit übrigens schwarz. Das brachte der Mannschaft den Spitznamen „schwarze Teufel” ein. Doch auch viele der anderen Frankfurter Teams spielten in schwarz, so dass man sich bald auf eigene Farben besann: Fortan spielte der FSV in schwarz-blau quergestreiften Trikots, mit weißer Hose und grünen Stutzen.

Aber nicht nur Fußball stand auf dem FSV-Programm. In den Sommermonaten ruhte der Ball und es wurde Leichtathletik betrieben.

1905: Der erste Titel der Vereinsgeschichte

Am 25. Juni 1905 feierte der FSV in Hanau den ersten Titel der Vereinsgeschichte. Im Finale der Runde des Frankfurter Assoziations Bundes konnten sich die Bornheimer in der Verlängerung gegen Victoria Frankfurt mit 4:2 durchsetzen. Freudetrunken traten die Spieler die Rückreise nach Frankfurt an, wo anschließend noch ausgiebig gefeiert wurde.

Im Jahr 1908 wurde dem Verein mitgeteilt, dass die Wiese im Prüfling bebaut werden würde. Mit Hilfe des späteren Ehrenvorsitzenden Jean Jehn gelang es, ein zusammenhängendes Fleckchen Land zu pachten. Es lag mitten im Feld zwischen der Seckbacher Landstraße und der Berger Straße. Der „Sportplatz Bornheim”, so der offizielle Name, - im Verein nur „s' Plätzi” genannt - wurde am 6. September 1908 feierlich eingeweiht. Die später erbaute Tribüne mit Umkleidekabinen und Restauration war zu diesem Zeitpunkt noch in Planung. Die stolzen Platzbesitzer verloren im Eröffnungsspiel dem Karlsruher FC Phönix mit 2:7.

Im Jahr 1909 ließ sich der FSV ins Vereinsregister des Königlichen Amtsgerichts in Frankfurt eintragen. Dies war übrigens eine der ersten Amtshandlungen des neugewählten Vorstandes mit Willi Jeßler als Präsidenten.

Im Jahre 1911 wurde dem Verein von Gönnern ein Banner in den Farben Schwarz und Blau mit dem Leitspruch „Aus eigner Kraft” gestiftet. Eine Bannerweihe war seinerzeit ein bedeutendes gesellschaftliches Ereignis, aus dem gesamten Reichsgebiet wurden Glückwünsche übermittelt. Heute hängt dieses Banner in den Räumen am Bornheimer Hang.

In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich der FSV zum weitaus größten Verein im Nordkreis. 1910 wurden 331 Mitglieder gezählt. Die Zahl verdoppelte sich innerhalb von zwei Jahren. Neben der Ersten Mannschaft schickte der FSV bereits 1910 sechs, 1912 sogar neun weitere Teams in den Wettkampf. Allesamt waren sie erfolgreich und vor allem die zweite Mannschaft konnte reihenweise Titel in ihrer Klasse erringen.

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