3. Liga


1945 - 1962: In der Oberliga Süd

Die Stadt Frankfurt war aufgrund der Bombenangriffe stark zerstört. Dennoch regte sich bei Fans und Verantwortlichen gleichermaßen der Wunsch, wieder Fußball spielen zu können. Der FSV, eine von 43 wiedergegründeten Sportgemeinschaften, sollte eigentlich unter einem neuen, nicht belasteten Namen antreten, wogegen man sich aber erfolgreich wehrte. So brachte man das Kunststück fertig, als einer der wenigen hochklassigen Vereine in seiner Geschichte nie eine Namensänderung vollzogen zu haben. Der FSV startete in der aus der Taufe gehobenen Oberliga Süd und spielte dort bis zum Abstieg im Jahre 1962.

Zunächst galt es, eine Spielstätte zu finden, denn die Amerikaner nutzten das Stadion am Bornheimer Hang als Militär-Parkplatz. Man kickte dann, wie auch schon im Krieg, an der Eschersheimer Landstraße und startete mit einem 1:1 gegen den SV Waldhof. Erwähnenswert ist ein spektakulärer Derbysieg gegen die Eintracht (6:0), welcher zugleich den ersten Sieg in der Oberliga Süd überhaupt markierte. Im März 1946 bezog der FSV auch wieder sein gewohntes Stadion: Der Hang konnte halbwegs saniert werden und eine imposante Kulisse von 12.000 Zuschauer erschien zum ersten Heimspiel.

Die Spielzeit 1947/48 brachte gleich mehrere positive Veränderungen. So plante man eine Stadion-Erweiterung auf 25.000 Plätze, lief mit einer Reihe spielstarker Neuzugänge auf (Der Ball, so die FR damals, huschte nur so von Fuß zu Fuß), blieb infolge dessen zehn Spiele ungeschlagen und beendete die Saison als Tabellensiebter – somit war man bester hessischer Oberligist! Das sorgte für mächtig Betrieb beim Training: Gut 350 (!) Kiebitze waren damals keine Seltenheit. Für die Folgejahre war folglich die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft festes Ziel der Verantwortlichen. Ein Negativrekord in jenen Jahren zog sich bis in die jüngere Vergangenheit: Der FSV konnte von 1950 bis 1996 nicht auf dem Bieberer Berg gewinnen.

Im August 1953 war der Bornheimer Hang fertig ausgebaut und konnte feierlich eingeweiht werden. Mit den Jahren wurde das Gelände nach Westen hin erweitert, sodass auch die anderen Abteilungen nicht mehr auf fremdem Terrain spielen mussten. Doch auch nach Osten tat sich etwas. Die Mannschaft absolvierte 1954 eine DDR-Reise. Und 1957 wurde man immerhin als erster Club der Bundesrepublik in die UdSSR eingeladen. Im gleichen Jahr nahm man die Flutlichtanlage in Betrieb, eine der modernsten Europas. Fortschrittlich war auch die Jugendarbeit des FSV, denn die Bornheimer hatten Ende der 50er Jahre die größte Jugendabteilung in ganz Deutschland.

Dennoch ist die Epoche gekennzeichnet von einem schleichenden Niedergang. Spitzte sich die Krise anno 1957 bei der Affäre um Trainer Bogdan Cuvaj zu, gipfelte sie schließlich im Abstieg 1962. Der FSV wechselte die Klasse, just ein Jahr vor Gründung der Deutschen Bundesliga, zu der man, zumindest theoretisch bei Erringen der Süddeutschen Meisterschaft in der Folgesaison, hätte gehören können. Stattdessen entwickelte sich die Bornheimer bis in die 80er Jahre hinein zu einer Fahrstuhlmannschaft.

1962 - 1983: Im Fahrstuhl zwischen Zweit- und Drittklassigkeit

Während die Bundesliga kurz vor ihrer Gründung stand, trat der FSV den Gang in die Zweitklassigkeit an. Und doch bescherte dieses Jahr, welches mit Untergangsstimmung begann, den Schwarz-Blauen den ersten Meistertitel seit 30 Jahren: Frühzeitig feierte man den ersten Platz in der 2. Liga Süd und stieg somit in die bundesweite Regionalliga auf. Ganz Bornheim jubelte und man wähnte sich schon in der Beletage des deutschen Fußballs. Doch die Trauben hingen hoch, sodass man bloß knapp die Klasse halten konnte.

Die nächsten fünf Jahre lief es mehr schlecht als recht. Zur sportlichen Mittelmäßigkeit gesellten sich Fehlkäufe, ein Vorstandsrücktritt, Beinahe-Insolvenzen sowie eine Platzsperre aufgrund von Ausschreitungen. Sommer 1968 kam es dann knüppeldick: Der FSV stieg erstmalig in seiner Geschichte in die Hessenliga ab. Erschwerend hinzu kam eine Schuldenlast von stolzen 350.000 Mark. Der Verein war nun endgültig von einer überregionalen zu einer lokalen Größe geschrumpft.

Der FSV entwickelte sich zu dem, was heute gemeinhin als Fahrstuhlmannschaft bezeichnet wird. In den Jahren 1968 bis 1983 stiegen die Bornheimer viermal auf und ebenso häufig wieder ab. Als Highlight dürfen sechs Jahre Zweitligafußball (Süd) am Stück angesehen werden, in denen ein siebter Platz das Maß der Dinge war. Lief es sportlich nicht besonders, so waren heitere Anekdoten keine Seltenheit. Hervorzuheben bspw. das Auswärtsspiel 1972 beim TSV Mark-Hüls, bei dem der Unparteiische darauf bestand, dass der FSV mit weißen Hosen antrat. Diese befanden sich jedoch im heimischen Frankfurt, sodass zunächst ein Satz Hosen in einem Sportgeschäft aufgetrieben werden musste.

Weniger zu Lachen gab es in Sachen Finanzen und sportlicher Perspektive. Der Schuldenberg war im Jahre 1982 auf 900.000 Mark angewachsen und man stand, nach abermaligem Aufstieg, vor einer wenig aussichtsreichen Saison in der nunmehr eingleisigen Zweiten Bundesliga. Der FSV belegte schließlich den vorletzten Platz, ehe es für elf lange Jahre in die Niederungen der Oberliga Hessen ging.

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