3. Liga


1983 - 1996: Die lange Durststrecke und die Beinahe-Katastrophe

Die Jahre 1983 bis 1996 standen unter keinem guten Stern: Schon der Anfang der Periode war gekennzeichnet durch monatelange Intrigen und Querelen in der FSV-Führungsetage, die Verbindlichkeiten überstiegen gar die Millionengrenze. Das neu gewählte Präsidium verhandelte mit der Stadt Frankfurt, den Schuldenberg zu tilgen. Doch statt guter Nachrichten bestimmten anonyme Beschuldigungen über Schwarzgeld, Verletzungspech und ein sich stetig drehendes Personalkarussell das Bild. Erst mit der Verpflichtung von Trainer Dragoslav Stepanovic entspannte sich die Situation. Sportlich fing man sich ebenfalls. Bis ins Jahr 1988 stand der Verein stets im gesicherten Tabellenmittelfeld der Oberliga Hessen.

Das wirkte sich jedoch nicht positiv auf die Zuschauerzahlen aus. Hier zeigte sich, dass der Traditionsverein endgültig in der sportlichen Bedeutungslosigkeit angelangt war. Focht man früher große Spiele vor vielen tausend Zuschauern aus, so bevölkerten nun immer häufiger wenige hundert Beobachter die Spiele des Sportvereins. Sinnbildlich ein Freundschaftskick gegen den großen FC Bayern München, zu welchem man mit 10.000 Besuchern rechnete, jedoch bloß 2.000 kamen.

Zwei Lichtblicke schienen hell in dieser Zeit: Der FSV war im Jahre 1988 offiziell schuldenfrei und in der Saison 1993/94 gelang der lang ersehnte Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Hier bekamen die Bornheimer ihre Grenzen jedoch deutlich aufgezeigt. Im ersten Heimspiel setzte es ein 0:5, am Ende der Saison hatte der FSV über 100 Gegentore kassiert. Der tiefe Fall ließ nicht lange auf sich warten: Dem Abstieg in die Regionalliga folgte bloß ein Jahr später der nahtlose Niedergang in die Oberliga Hessen.

Zuvor, Ende der Saison 1995/96, war es fraglich, ob man dort den Spielbetrieb überhaupt hätte aufnehmen können. Abermals schrieb der FSV tiefroten Zahlen, Gehälter standen und Machtkämpfe brachen aus – kurzum: Die Katastrophe war perfekt. Präsident Gerhard Emmerich, der anschließend seinen Hut nahm, sah keinen anderen Ausweg als einen Konkursantrag.

1996 - heute: Auferstanden aus Ruinen

Neuer starker Mann im Verein wurde Bernd Reisig. Ihm und seinen Mitstreitern gelang das Unmögliche: Der Konkurs konnte abgewendet werden. Stück für Stück wurde der FSV saniert und eine schlagfertige Mannschaft zusammengestellt. Der Wiederaufstieg in die Regionalliga Süd schon im zweiten Oberliga-Jahr war der Lohn aller Mühen.

Doch bereits die Millenniums-Saison sorgte für einen herben Dämpfer. Der FSV hatte seinen Kopf durch einen Sieg am letzten Spieltag wieder einmal aus der Schlinge gezogen. Eigentlich. Denn ein Formfehler in der Partie gegen die Amateure des VfB Stuttgart – Elton da Costa stand nicht auf dem Spielberichtsbogen – kostete die Bornheimer den sicher geglaubten Klassenerhalt. Gesenkten Hauptes trat man den Gang in die Oberliga an. Dort spielte die Mannschaft stets um den Aufstieg mit, tränenreiche zweite Plätze inklusive, ehe 2006/07 die Sektkorken knallen konnten: Es ging zurück in die Regionalliga. Und wie! Unvergessen die Hinserie dieser Spielzeit: Der FSV gewann 16 von 17 Partien, am Saisonende musste man bloß eine Niederlage hinnehmen. Rekordverdächtig.

Kaum zu glauben, aber es kam noch besser für den Sportverein. Als Aufsteiger aus der Oberliga Hessen schaffte man 2007/08 den Durchmarsch in die Zweite Fußball-Bundesliga. Ein Meisterstück um Trainer Tomas Oral und seine Mannen! Nach zwölf Jahren bewegte sich der Traditionsverein endlich wieder in gewohntem Fahrwasser. 2009/10 stand nach eineinhalbjähriger Umbauzeit die Heimkehr in das Frankfurter Volksbank Stadion an. In die Saison fiel auch einer der kuriosesten Momente der jüngeren Bundesligageschichte: Gegner Duisburg erzielte ein Tor, das schlichtweg keines war. Der Ball, von der Latte abspringend, kam deutlich vor der Torlinie auf, ganz Fußballdeutschland sah es – außer dem Schiedsrichtergespann. Der Vorfall brachte die Bornheimer auf alle Titelseiten und der FSV war in aller Munde.

Aber der Verein zahlte im Profifußball freilich auch viel Lehrgeld. Die beiden Zweitliga-Spielzeiten konnte nur knapp die Klasse gehalten werden. Doch ging es über die Jahre gesehen kontinuierlich bergauf. Mittlerweile ist der FSV Frankfurt in der Zweiten Bundesliga angekommen und auf dem besten Wege, sich dort auch zu etablieren.

1899 bis 2011. Viel lebendige Geschichte beim Fußballsportverein Frankfurt.

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