3. Liga


Armin Hary - der Weltrekord im FSV-Dress

Er muss in einer Reihe mit Athleten wie Carl Lewis, Bob Hayes, Donovan Bailey oder Maurice Green genannt werden: Armin Hary, der für den FSV Frankfurt startend 1960 die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rom über die 100-Meter-Distanz gewann. Er war es auch, der im selben Jahr mit 10,0 Sekunden einen neuen Weltrekord aufstellte. Eine Weltrekordzeit war der im Saarland geborene Hary auch schon 1958 in Friedrichshafen gelaufen, doch da seine Bahn ein Gefälle von einem Zentimeter aufwies, wurde die Rekordzeit des Doppel-Europameisters nicht anerkannt. Auch zwei Jahre später in Zürich wurde ein erster Weltrekordlauf nicht gewertet. Nach dem Rennen erklärte ein Startrichter, dass Hary zu früh losgerannt sei.

Das Ausbleiben des Schusses erklärte der Richter damit, dass die Startpistole nicht funktioniert habe und er deshalb den Fehlstart nicht habe signalisieren können. Hary tobte, doch er startete mit zwei anderen Sprintern noch einmal und lief unter dem tosendem Jubel der 16 000 Züricher Zuschauer erneut Weltrekordzeit, die schließlich auch anerkannt wurde. Dem Sprintstar wurde dann bei seiner Heimkehr am Bornheimer Uhrtürmchen ein begeisterter Empfang geboten. Doch nach den Olympischen Spielen – Hary war gerade mal 23 Jahre alt – erklärte der Olympiasieger 1960 seinen Rücktritt. Eine Verletzung und eine Sperre wegen eines angeblichen Verstoßes gegen das Amateur-Statut bewogen ihn dazu. Hary zog sich in der Folgezeit komplett vom Sport zurück. Der gelernte Feinmechaniker verdiente später sein Geld als Immobilienmakler und lebt heute in der Nähe von Landshut.

Richard Herrmann - Die Legende vom Hang

Den Kiosk von Richard Herrmann in der Berger Straße im Herzen Frankfurt-Bornheims gibt es immer noch. Und auch die Herrmanns haben hier noch das Sagen, zwar nicht mehr der einstige Wunderstürmer des FSV Frankfurt, dafür die Söhne Horst und Rolf. Das kleine Geschäft hatte Herrmann einst 1952 vom FSV erhalten, damit er den Verlockungen des AC Turin widerstand, die damals horrende 60 000 DM boten, um den flinken Stürmer über die Alpen zu locken. Herrmann blieb und trug bis an sein Karriereende 1960 das schwarz-blaue Trikot.

Seit seinem Debüt 1947 im Dress des FSV (übrigens gegen die Bayern) erzielte er in insgesamt 320 Punktspielen für den FSV genau 100 Treffer. Der nicht allzu große Herrmann besaß alles, was einen exzellenten Fußballer auszeichnen soll: Schusskraft, Ballgefühl, Laufvermögen und dazu eine Schnelligkeit, die atemberaubend war. „Er war mit dem Ball schneller als die meisten ohne“, so beschreibt Sohn Horst seinen wieselflinken Vater.

Herrmann war das Bornheimer Fußballidol schlechthin. Auch wegen seines bescheidenen und sympathischen Wesens. Schließlich waren diese Fertigkeiten auch bei Sepp Herberger gefragt, der den bodenständigen Frankfurter in den Kader zur Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz berief. Dort absolvierte er in der Vorrunde eines seiner acht Länderspiele. Gegen Ungarn gab es eine 3:8-Abfuhr, doch immerhin: Der FSVler markierte wie Helmut Rahn und Eintrachtler Alfred Pfaff einen Treffer und kehrte nach dem Triumph gegen Ungarn im Endspiel als Weltmeister an den Bornheimer Hang zurück.

Dort spielte er noch bis 1960 für den Verein, bevor er die Fußballschuhe an den Nagel hing. Eineinhalb Jahre war er daraufhin Trainer bei der SG Seckbach, bevor Herrmann 1962 im Alter von nur 39 Jahren an einem Leberleiden starb. Äußerungen Herrmanns kurz vor seinem Tode und Briefe des Deutschen Fußball-Bundes brachten gerade in jüngerer Zeit Spekulationen auf, dass sein Tod in Zusammenhang mit nicht-sterilen Vitamin-Spritzen zu sehen sei, die der deutsche Mannschaftsarzt während der WM’54 in der Schweiz den Spielern verabreicht hatte. Kurz vor seinem Ableben sagte Herrmann im Krankenhaus: „Hätt' ich nur öfters mal aan getrunken. Dann hätt' sich die Leber vielleicht gewehrt.“ Zu Ehren des FSV-Idols wurde 2009 der Vorplatz vor dem Frankfurter Volksbank Stadion in Richard-Herrmann-Platz umbenannt.

Mikayil Kabaca - seine schwarz-blaue Heimat

Männer wie er prägen einen Verein. Mikayil Kabaca ist schon so lange beim FSV Frankfurt, dass man kaum noch jemand am Bornheimer Hang findet, der sich an die Zeit erinnern könnte, als der gebürtige Türke noch nicht FSVler war. Es war irgendwann Anfang der 90er, als Kabaca einst in der Jugend zu den Bornheimern stieß. Der Mann lebt den FSV und identifiziert sich wie kein anderer mit dem Bornheimer Traditionsclub. Dazu passt seine Art, Fußball zu spielen: Immer mit vollem Einsatz, ohne Rücksicht auf eigene Verluste. Schön musste es nie aussehen bei ihm. Auch Kabaca machte schon schlechte Spiele, doch gekämpft hat er immer.

Von 1996 bis 2005 spielte Kabaca für die erste Seniorenmannschaft der Frankfurter, durchlief gute und schlechte Zeiten mit dem FSV. 1998 feierte er die Hessenmeisterschaft und den Aufstieg in die Regionalliga, zwei Jahre später musste er miterleben, wie man aufgrund eines Wechselfehlers wieder abstieg. Kabaca wird von allen Funktionsträgern, Spielern und Zuschauern hoch geschätzt und trainierte auch die U13 des FSV. Damals unkten schon seine Mitspieler, dass „Kaba“ irgendwann auch Manager und Präsident der Bornheimer werden würde. Im Juli 2008 wurden die Prophezeihungen teilweise Wirklichkeit und Kabaca zum Team-Manager des Zweitligisten FSV Frankfurt befördert. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung am 22. November 2010, genau an seinem 34. Geburtstag, wurde Kabaca feierlich zum Ehrenspielführer des FSV Frankfurt ernannt.

Werner Niebel - ein vorbildlicher Sportsmann

Am 25. November 1961 wurde unser langjähriger Ligaspieler Werner Niebel zum "Ehrenspielführer" ernannt. In Anbetracht seiner großen sportlichen Verdienste wurde ihm dabei auf Beschluss von Vorstand und Ältestenrat die "Große Ehrennadel" verliehen. Im zwölften Jahr seiner FSV-Zugehörigkeit spielte Werner Niebel ununterbrochen in unserer ersten Ligamannschaft. Nur größere Verletzungen konnten ihn bei den Verbandsspielen hindern, nicht von der Partie zu sein. Durch seine gute Technik und sein überragendes Stellungsspiel wurde auch Bundestrainer Sepp Herberger auf unseren Werner aufmerksam.

Werner Niebel erhielt eine ehrenvolle DFB-Berufung, die deutschen Farben in der B-Nationalelf gegen Österreich erfolgreich zu vertreten. Dem Kreis der Nationalmannschaft gehörte er längere Zeit an. Viele Repräsentative in Städte- und Verbandsmannschaften zeigte seine stolze Bilanz auf. Sein charaktervolles und bescheidenes Wesen zeichnet ihn besonders aus! Maß und Ziel bei Siegen und eine würdevolle und sportliche Haltung auch bei Niederlagen waren bei ihm eine Selbstverständlichkeit. Nicht nur im Sport, sondern auch im Beruf stand er voll und ganz seinen Mann. Meister seines Faches war unser Werner Niebel auf dem Gebiet der Schuhmacherei, wobei er von seiner charmanten Gattin in seinem guten Geschäft in der Bergerstraße tatkräftig unterstützt wurde. Werner Niebel war stets ein Vorbild seiner Mannschaftskameraden und ganz besonders für unsere Jugend. Der FSV ist stolz und glücklich, einen so vorbildlichen und erfolgreichen Sportsmann in seinen Reihen zu haben.

Horst Trimhold - Ehrenspielführer auf Lebzeiten

Der Satz ist überliefert: Als FSV-Trainer Erich Gehbauer 1972 seinen Spielern Sex in der Woche vor dem Spiel ab Dienstag verbot, meldete sich Kapitän Horst Trimhold zu Wort und sagte: „Geht in Ordnung, Trainer. Wir haben ja noch Sonntag und Montag.“ 1971 war Horst „Schotte“ Trimhold von Borussia Dortmund an den Bornheimer Hang gewechselt. Seinen Spitznamen erhielt er, nachdem er nach seinem ersten Profivertrag so lange keinen ausgeben wollte, bis das erste Geld auf dem Konto eingegangen war. Fünf Jahre hatte Trimhold für Dortmund gespielt, zuvor drei Jahre das Trikot der Eintracht getragen (167 Bundesligaspiele). Dank des einfachen Nationalspielers (1962: Jugoslawien-Deutschland 2:3) erlebte der FSV seine Blütezeit.

Zusammen mit Spielern wie Karlheinz Volz, Peter Rübenach und Hubert Genz führte Trimhold den Club 1972 in das Endspiel um die deutsche Amateurmeisterschaft, das „Schotte“  mit seinem Treffer in der 90. Minute zum 2:1 gegen den TSV Marl-Hüls entschied. 1975 gelang schließlich auch der Aufstieg in die Zweite Liga, nachdem man sich im entscheidenden Spiel am Bornheimer Hang vor 17 000 Zuschauern 2:2 getrennt hatte. In Liga zwei hielt man sich dann bis 1981, doch die beste Platzierung gelang ebenfalls noch mit der Unterstützung Trimholds 1977, als man den siebten Rang belegte. Danach hörte Trimhold, der zum Ehrenspielführer ernannt wurde, beim FSV im Alter von 36 Jahren auf. Doch wiedergekehrt ist „Schotte“ häufig an den Bornheimer Hang, allein schon deshalb, um die alten Geschichten zum Besten zu geben.

Karlheinz Volz - Ein Torhüter macht von sich reden

Karlheinz Volz hütete von 1972 bis 1980 das Tor des FSV Frankfurt und machte sich in dieser Zeit unvergesslich. Seine spektakulären Paraden, die katzenartigen Reflexe und seine für damalige Verhältnisse moderne Spielweise machten auch über den Bornheimer Hang hinaus von sich reden. Mitunter seinen Leistungen ist es zu verdanken, dass die Bornheimer im Jahre 1975 von der Oberliga in die Zweite Liga aufstiegen. Nicht von ungefähr schrieb die lokale Presse ehrfurchtsvoll: „Bornheims Stolz, Karlheinz Volz.“ Solange der Ehrenspielführer den Bornheimer Kasten sauber hielt, stieg der FSV auch nicht ab.

Der Goalie musste seine Karriere frühzeitig wegen eines Knieschadens frühzeitig beenden. Doch er blieb dem Sportverein noch ein dreiviertel Jahr erhalten, als Co-Trainer unter Dietmar Schwager. Anschließend trainierte er mehrere hessische Mannschaften selbst, ehe er sich als Anzeigenberater verdingte. Selbst heute zieht es den 64jährigen Ehrenspielführer bei jeder Gelegenheit an den Hang. Denn einmal FSV, immer FSV – wie er selbst sagt.

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