3. Liga


Saison 2010/2011: Teil 1

Die Saison 2010/2011 ist absolviert und die Mannschaft hat sich in die wohlverdiente Sommerpause verabschiedet, um sich von der anstrengenden Saison zu erholen. Unsere Bornheimer sammelten in der abgelaufenen Spielzeit 38 Punkte und stehen zum Abschluss der Saison auf Tabellenplatz 13. Somit wird der FSV Frankfurt auch im kommenden Jahr in der 2. Fußball Bundesliga spielen. Der erfolgreiche Klassenverbleib ist für uns Grund genug, einmal in Ruhe auf die vergangene Spielzeit zurückzublicken. Der Saisonrückblick wird in drei Teilen erfolgen.

Im ersten Teil blicken wir heute gemeinsam auf den Anfang der Saison zurück. Ob der Saisonauftakt in DFB-Pokal und Liga gegen Paderborn und Bielefeld, der Auswärtssieg in Karlsruhe oder der Heimsieg gegen Energie Cottbus - Der Anfang der Saison hatte einiges an Höhepunkten zu bieten.

In einem zweiten Teil nehmen wir die Mitte der Saison noch einmal genau unter die Lupe. Auch diese brachte dem FSV und seinen Fans viele spannende Fußballmomente. Das Topspiel im DFB-Pokal gegen den Erstligisten FC Schalke 04, der starke Auftritt unserer Schwarz-Blauen beim MSV Duisburg oder der Erfolg über Rot-Weiß Oberhausen – auch die Mitte der Saison hatte einiges zu bieten.

Im dritten und letzen Teil des Saisonrückblicks schauen wir auf die Rückrunde der Saison zurück. Der Klassenerhalt in Osnabrück, dass umkämpfte Remis in Paderborn oder der Saisonabschluss gegen den FC Erzgebirge Aue – beim FSV Frankfurt wurde es zum Ende der Saison noch einmal richtig spannend. Zwar lief es rein sportlich gesehen nicht mehr so erfolgreich wie in den vorherigen Saisonabschnitten, dennoch hatten Spieler und Fans auch am Ende der Saison allen Grund zum Feiern.

Auftakt im DFB-Pokal und Liga (1. Runde / 1. Spieltag, 13.08.2010 / 20.08.2010)

Vor einer Saisonpremiere sind die Erwartungen innerhalb eines Vereins sowie die Hoffnungen der Fans immer besonders groß. Wird der Start in die neue Saison gelingen? Wie harmoniert die neue Mannschaft? Fragen, die man sich auch beim FSV Frankfurt gestellt hat und auf die es schon sehr bald eine Antwort geben sollte.
Den Auftakt der Saison 2010/2011 machte das DFB-Pokalspiel der ersten Runde gegen den SC Paderborn. Mit 2:0 wurden die Paderborner am 13. August aus dem Wettbewerb gekegelt. Tosunoglu (57.) hatte unsere Elf in der zweiten Halbzeit in Führung gebracht. Die Partie war geprägt von Torchancen auf beiden Seiten. Die Mannschaft von Trainer Hans-Jürgen Boysen kämpfte verbissen bis zum Schluss und machte den Sieg mit dem Treffer zum 2:0-Endstand von Sven Müller (83.) perfekt. Mit dem Erfolg über den SC Paderborn erreichten unsere Bornheimer die zweite Runde, in der es den FC Schalke 04 zu bezwingen galt. Zunächst stand aber auch in der Liga der Saisonauftakt vor der Tür.

Gegen Arminia Bielefeld gelang ein perfekter Saisoneinstieg. Durch das erste FSV-Tor der neuen Saison von Jürgen Gjasula (11.) und einen schönen Kopfballtreffer von Cidimar (23.) hatte sich der FSV schnell in Front gebracht, musste aber in Durchgang zwei noch ganz schön zittern,  nachdem Nils Fischer für die Gäste den Anschlusstreffer erzielt hatte. Die Arminia gab alles. Sogar Torhüter Dennis Eilhoff stürmte gegen Ende der Partie noch mit nach vorne. Der FSV brachte das 2:1 aber über die Zeit und Trainer Boysen freute sich über „einen Start, den man besser nicht haben kann“. Eine kuriose Randnotiz: Mit den drei Punkten aus dem Spiel gegen Arminia Bielefeld hatte man nach dem ersten Spieltag bereits mehr Punkte auf dem Konto, als in der vorherigen Saison nach neun Spieltagen.

Der Erfolg zum Ligastart sorgte für gute Stimmung. Beste Vorraussetzungen für das am Abend stattfindende Event. Anlässlich der Feier zum 111. Geburtstag des FSV Frankfurt fand eine riesige Feier mit anschließender Gala in der Frankfurter Eissporthalle statt. Dieser Abend wird als Bilderbuchtag in die Geschichte des FSV Frankfurt eingehen. „Diese Gala wird ein weiterer Höhepunkt in der ereignisreichen Geschichte des FSV Frankfurt“,sagte FSV-Geschäftsführer Bernd Reisig vor der Gala. Er sollte Recht behalten. Herzlichen Glückwunsch, FSV!

Der Auftaktsieg zu Saisonbeginn gab mächtig Selbstvertrauen und erzeugte eine Aufbruchsstimmung beim FSV. Die Ergebnisse der nachfolgenden Wochen waren jedoch eher durchwachsen. Im ersten Auswärtsspiel der neuen Spielzeit in Oberhausen mussten sich unsere Schwarz-Blauen mit 0:1 geschlagen geben. FSV-Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen schickte gegen RWO zwar die siegreiche Formation aus dem Bielefeld Spiel auf den Rasen, am Ende reichte es aber nicht mehr für einen Punktgewinn.

Im zweiten Heimspiel gab es dann wiederum einen Erfolg. Für die Fortuna aus Düsseldorf gab es im Frankfurter Volksbank Stadion nichts zu holen. Durch den 1:0 Sieg gegen die Fortuna kletterte der FSV auf den achten Tabellenplatz. Im anschließenden Auswärtsspiel lautete das Ergebnis dann wieder 1:0, dieses Mal allerdings für den Gastgeber aus Fürth. Am 5.Spieltag gastierte die Alemannia aus Aachen beim FSV Frankfurt. Sascha Mölders brachte den FSV in der 62. Minute in Führung. Die Schwarz-Gelben aus Aachen gaben aber nicht auf und konnten die Partie noch zu ihren Gunsten drehen. Am Ende stand eine 1:3 Heimpleite zu Buche, die für den FSV die erste Niederlage im heimischen Stadion seit acht Monaten bedeutete.

Karlsruher SC - FSV Frankfurt 0:2 (6.Spieltag - 24.09.2010)

Ein paar Tage später stand dann schon das nächste Spiel auf dem Terminkalender. Im umgebauten Mannschaftsbus fuhren unsere Jungs zum Karlsruher Sportclub. Durch die Treffer von Mike Wunderlich (54.) und Momar N’Diaye (74.) kam der FSV zu einem beachtlichen Auswärtserfolg. Mit drei Punkten im Gepäck konnte unsere Mannschaft anschließend zufrieden die Heimreise antreten. Doch der Reihe nach:

FSV-Cheftrainer Hans- Jürgen Boysen kündigte in der Pressekonferenz vor der Partie an, das Glück in der Offensive suchen zu wollen. Zwei personelle Umstellungen nahm er im Vergleich zum Spiel gegen Aachen auf offensiven Positionen vor. Cidimar stürmte an vorderster Front wieder für Sascha Mölders und auf der rechten Mittelfeldseite stand Momar N’Diaye erstmals in der Anfangself. Erstmals getragen wurden in dieser Saison die weißen Saller-Auswärtstrikots, optisch punktete der FSV also schon vor dem Anpfiff. Der nasse Boden forcierte das Offensivspiel beider Teams. Nach drei Minuten hatte Anton Fink die erste Chance der Karlsruher. Er grätschte in eine Flanke von der linken Seite, aber sein Versuch von der rechten Ecke des Fünfmeterraumes landete neben dem FSV-Tor. Daraufhin übernahm der FSV die Initiative, aber der letzte Pass in den Strafraum kam noch nicht an. Auch nicht auf der anderen Seite, dem frei aufs Tor zueilenden Macauley Christantus versprang der Ball genau in die Arme von Patric Klandt. Gefährlich wurde es erst, als Anton Fink auf den FSV-Keeper zulief, aber Klandt hielt wieder einmal in fantastischer Manier, auch der Nachschuss von Fink konnte mit vereinten Kräften der FSV-Hintermannschaft abgeblockt werden.

Das Spiel verflachte in der Folge etwas, lediglich Momar N’Diayes Flanken ließen Aufhorchen. Mitten in diese Phase – kurz vor dem Halbzeitpfiff – sorgte der zum ersten Mal von Beginn an agierende Lukas Rupp für Aufregung: Einen Konter schloss er mit einem Lupfer über Klandt in Richtung leeres FSV-Tor ab. Doch Christian Müller rauschte wie ein Derwisch heran, erwischte den Ball noch vor der Linie und klärte zum Eckball. Das wäre das 1:0 gewesen!

Die zweite Hälfte begann mit einem Freistoß für den FSV von halbrechts aus 20 Metern Torentfernung, doch der Bielefeld-Trick war – obwohl exzellent ausgeführt - nicht von Erfolg gekrönt. Jetzt ging es einige Male hin und her, das Spiel gewann an Fahrt. In diese Phase fiel das 1:0 für den FSV: Ein öffnender Pass von Jürgen Gjasula auf Mike Wunderlich, der ging auf halblinks Richtung Tor, ließ seinen Gegenspieler mit einem Haken aussteigen und knallte den Ball aus 12 Metern in die Maschen, ein toller Treffer!

Der Startelfdebütant Momar N‘Diaye erhöhte sogar auf 2:0. Nach Pass von Wunderlich drehte sich der Senegalese einmal um die eigene Achse und schlenzte die Kugel mit dem linken Fuß ins linke obere Toreck. Das war dem Torschützen sogar einen Lauf über das gesamte Spielfeld wert, um den kahlrasierten Kopf des Konditionstrainers Bastian Kliem zu küssen. Das Ergebnis hätte sogar noch höhe ausfallen können. N’Diaye auf Fillinger, der per Hacke auf Sven Müller war der Verlauf einer Kombination, die das 3:0 hätte sein können. Weitere viel versprechende Konter wurden nicht zum Abschluss gebracht, sonst hätte der Sieg sogar noch höher ausfallen können.

FSV Frankfurt - FC Energie Cottbus 3:2 (7.Spieltag – 03.10.2010)

Den Heimsieg gegen Energie Cottbus kann man als wahre „Energieleistung“bezeichnen. FSV-Chefcoach Hans-Jürgen Boysen zog im Unterschied zur Aufstellung beim Karlsruher SC den Senegalesen Momar N‘Diaye in die Spitze, Sven Müller kehrte ins rechte Mittelfeld zurück. Doch beim FSV lief zunächst nicht viel zusammen. Im Gegenteil, es ging in die andere Richtung, wie der Eckball in der 17. Minute demonstrierte: Die Chance durch die eigene Standardsituation wurde vom FSV vertändelt, stattdessen startete Energie Cottbus einen Konter, an dessen Ende die 1:0-Führung der Lausitzer stand. Sergiu Radu zog los und legte auf den freistehenden Rok Kronaveter ab, der sich diese tausendprozentige Chance nicht entgehen ließ.

Der FSV versuchte zwar, nach vorne zu spielen, aber die Schussversuche von Samil Cinaz, Momar N‘Diaye, Mario Fillinger, Mike Wunderlich und Jürgen Gjasula verpufften. Energie war dem 2:0 näher als der FSV dem Ausgleich. N‘Diaye kratzte einen Freistoß aus 18 Metern Torentfernung per Kopf von der Torlinie. In der zweiten Hälfte zeigte der FSV jedoch seine Schokoladenseite. Boysen brachte Cidimar und Sascha Mölders für Fillinger und Sven Müller. Damit bewies der Übungsleiter ein „goldenes Händchen“. Denn bereits nach 72 Sekunden erzielte Mölders den Ausgleich. Einen Schuss von Cinaz konnte der Energie- Keeper Thorsten Kirschbaum nur abklatschen, Mölders setze nach, auch sein erster Versuch wurde gehalten, doch sein zweiter Schuss fand den Weg ins Netz - das Zeichen zum Angriff!

Fünf Minuten später nahm es Jürgen Gjasula mit der halben Hintermannschaft der Cottbuser auf, flankte in die Strafraummitte und - hatte Glück. Denn seine Flanke wurde von Markus Brzenska Richtung Tor abgefälscht und tunnelte zudem dessen Mannschaftskollegen Takahito Soma: Der FSV hatte das Spiel gedreht! Im Anschluss drängte nicht etwa Cottbus auf den Ausgleich, sondern der FSV auf das dritte Tor. N‘Diaye traf mit einer Grätsche aus spitzem Winkel den Außenpfosten und erneut Mölders schaffte es, den Ball nach Flanke von Christian Müller per Kopf im Tor der Lausitzer unter zu bringen. Doch das Spiel war damit noch nicht gelaufen: Energie antwortete schnell, Hünemeier verlängerte einen Freistoß per Kopf zum Anschlusstreffer. Das sorgte für eine spannende Schlussphase, aber der FSV brachte den knappen Vorsprung über die Zeit. Ein Heimspiel, das wahrscheinlich nicht nur der Mannschaft in guter Erinnerung bleiben wird.

Nach dem Cottbus Spiel gab es für den FSV noch ein weiteres Heimspiel, in dem man sich dem späteren 2. Ligameister Hertha BSC Berlin mit 0:1 geschlagen geben musste. Voller Tatendrang und mit dem Ziel, die Leistung aus dem letzten Auftritt in der Ferne zu bestätigen, fuhren unsere Bornheimer also nach Ingolstadt. Der einwechselte Momar N’Diaye sorgte mit seinem Treffer aus der 78. Spielminute für die Entscheidung. Randnotiz: Mit 15 Punkten hat der FSV nun nach dem neunten Spieltag schon zwei Punkte mehr als in den letzten beiden Jahren nach der kompletten Hinrunde gesammelt.

Saison 2010/2011: Teil 2

Nach dem ersten Teil unseres Rückblicks nehmen wir heute die Mitte der Saison noch einmal genau unter die Lupe. Auch diese brachte dem FSV und seinen Fans viele spannende Fußballmomente. Das Topspiel im DFB-Pokal gegen den Erstligisten FC Schalke 04, der starke Auftritt unserer Schwarz-Blauen beim MSV Duisburg oder der Erfolg über Rot-Weiß Oberhausen – auch die Mitte der Saison hatte einiges zu bieten.

FSV Frankfurt - Schalke 04 0:1 (DFB-Pokal, 2. Runde - 26.10.2010)

Fragt man Spieler und Fans des FSV Frankfurt nach ihrem persönlichen Saisonhighlight, so steht das DFB-Pokal Spiel gegen den FC Schalke 04 ganz oben auf der Liste der meistgenannten Antworten.

Das einzige Tor des Spiels erzielte Jose Manuel Jurado per Sonntagsschuss in der 12. Minute. Der 13 Millionen-Euro-Neuzugang von Atletico Madrid drehte sich im Mittelfeld und zog aus 25 Metern ab, FSV Keeper Patric Klandt hatte keine Abwehrchance. Doch viel mehr kam nicht von den Schalker Edelprofis. Wenige Flanken flogen noch in den schwarzblauen Strafraum, die aber nicht produktiv verwertet wurden. Der FSV musste nach dem Rückstand mehr für das Spiel tun und er tat mehr. Auch die Frankfurter jagten einige gefährliche Flanken in den Schalker Strafraum. Mario Fillinger tat sich dabei hervor, auch die Hereingaben von Christian Müller und Jürgen Gjasula waren viel versprechend, aber wurden allesamt geklärt. In der 2. Hälfte trumpfte der FSV noch mehr auf. Jürgen Gjasula glänzte mit einem tollen Zuspiel auf Mike Wunderlich, der nahm den Ball mit der Brust an und setzte den anschließenden Schuss jedoch über das Tor. Noch enger war es bei der besten Chance für Wunderlich, der, hervorragend von Fillinger eingesetzt, frei vor Nationalkeeper Manuel Neuer auftauchte, aber keine Lücke fand, um Neuer zu überwinden. Gegen Spielende agierte FSV-Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen mit vier nominellen Stürmern, aber es half nichts:

Momar N‘Diaye verpasste eine Hereingabe von Cidimar um Zentimeter und Aziz Bouhaddouz konnte seinen Kopfball bei der letzten Aktion des Spiels, einem Eckball zu dem sogar Klandt mit in den gegnerischen Strafraum geeilt war, nicht platzieren. Am Ende stand es wie nach dem Pokalduell von 1976: 1:0 für Schalke, der FSV war ausgeschieden, aber erntete viel Lob.

In den nachfolgenden Wochen zeigte die sportliche Formkurve klar nach oben. Auf den 2:0 Heimsieg gegen des SC Paderborn folgte zwar eine 1:0 Auswärtsniederlage beim VfL Bochum, spätestens der Heimsieg gegen Union Berlin (2:1) sowie der hart erkämpfte Punkt aus dem Spiel bei 1860 München (3:3) zeigte, zu was der FSV in dieser Saison alles im Stande war. Mit 22 Punkten auf dem Konto war man auf einem guten Weg, aber es sollte noch besser kommen. Im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück reichte die erste Spielhälfte aus, um schon den nächsten Heimsieg perfekt zu machen. 4:0 zeigte die Anzeigetafel im Frankfurter Volksbank Stadion zum Pausenpfiff bereits an. Am Ende feierte die Mannschaft von Trainer Hans-Jürgen Boysen einen ungefährdeten 4:1 Heimsieg. Die gesamte Konzentration war von nun an auf das Auswärtsspeil beim MSV Duisburg gerichtet.

MSV Duisburg - FSV Frankfurt 1:3 (15.Spieltag - 03.12.2010)

Der Auswärtssieg in Duisburg ist ein weiteres FSV-Highlight der Saison 2010/2011. Die ehemaligen Duisburger Björn Schlicke und Sascha Mölders sowie Mike Wunderlich erzielten die Tore für den FSV. FSV-Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen kehrte wieder zur 4-1-4-1-Formation zurück, der zuletzt gelb-gesperrte Samil Cinaz nahm die Sechser-Position ein, Jürgen Gjasula wurde wieder in der Mittelfeldreihe eingesetzt. Die schwarz-blauen Frankfurter nahmen gleich zu Spielbeginn das Heft in die Hand. Nach wenigen Minuten konnte Sturmspitze Sascha Mölders eine scharfe Hereingabe von Momar N’Diaye noch nicht verarbeiten. In der sechsten Minute machten es beide besser. Mölders rutschte mit nach oben gestrecktem Bein in die Flanke des Senegalesen, berührte den Ball mit der Fußspitze, aber hatte Pech. Der Ball sprang an den Pfosten, auch den Abpraller konnte kein FSV-Akteur gewinnbringend verarbeiten.

Die Duisburger hatten ihre erste Chance in der 23. Minute, als der enorm groß gewachsene Stefan Maierhofer eine Flanke von links mit dem Kopf erwischte. Doch FSV-Keeper Patric Klandt war zur Stelle und lenkte den Ball über die Latte. Kurz darauf hatte Maierhofer mehr Erfolg: Dieses Mal kam die Flanke von Julian Koch von der rechten Seite, Maierhofer köpfte aus fünf Metern Torentfernung zur 1:0-Führung ein, Klandt hatte keine Chance. Beim folgenden Baljak-Schuss nach 32 Minuten hatte Klandt keine Probleme, aber die Zebras kamen zunehmend stärker auf. Nach einem Eckball verfehlte Bruno Soares nur knapp das FSV-Tor. Auf der anderen Seite zeigte Mario Fillinger, dass der FSV stets auf seine Chance lauerte, doch sein Schuss ging am langen Pfosten vorbei. Doch die Warnung war gerechtfertigt, denn in der 35. Minute prallte ein abgewehrter Freistoß von Mike Wunderlich an der Höhe der Strafraumlinie auf und ausgerechnet der ehemalige Duisburger Kapitän und jetzige FSV-Spielführer Björn Schlicke haute die Kugel wunderschön per Dropkick mit seinem „schwachen“ linken Fuß zum 1:1-Ausgleich in den MSV Torwinkel.

Zwei Minuten später schlug der nächste ehemalige Duisburger zu. Über Gjasula kam der Ball zu N’Diaye, der in die Strafraummitte flankte. Technisch anspruchsvoll lenkte Sascha Mölders den Ball per Innenseitendropkick unhaltbar ins lange Eck – der FSV hatte das Spiel gedreht! Wunderlich hätte kurz vor der Halbzeitpause sogar noch erhöhen können, doch sein Volleyschuss aus 15 Metern Torentfernung segelte über das Ziel. Knapp übers Tor ging auch Wunderlichs Schuss nach einer tollen Kombination direkt nach der Halbzeitpause. Auf der Gegenseite stand Klandt wieder im Mittelpunkt, als Goran Sukalo nach einer MSV-Ecke gefährlich aufs Tor köpfte. Die Reaktionsschnelligkeit des in neonorangefarbener Ausrüstung gekleideten FSV-Torhüters verhinderte Schlimmeres.

Der FSV zog sich nun weiter zurück und ließ die Zebras marschieren. Per Konter sollten entscheidende Nadelstiche folgen. Größere Chancen der Gastgeber konnten weitgehend verhindert werden, doch in der 69. Minute tauchte Baljak frei vor Klandt auf – und kam bei zwei Versuchen nicht an Parade-Patric vorbei. Und der MSV machte weiter Wirbel, kam zu weiteren Gelegenheiten und reklamierte einmal Strafstoß, doch die Schiedsrichterpfeife blieb stumm. Kurz vor Ende sorgte Mike Wunderlich für die Entscheidung: Vom linken Strafraumeck schoss er aufs Duisburger Tor. Der Ball wurde leicht abgefälscht und landete im Netz: 3:1 für den FSV bei der zuvor heimstärksten Mannschaft der 2. Fußball-Bundesliga! Was für ein Spiel!

Das verlorene Heimspiel gegen Augsburg (1:2) war der letzte Auftritt unser Schwarz-Blauen in der Hinrunde, da das Spiel in Aue aufgrund der Wetterlage abgesagt wurde. Trotz der Niederlage gegen den FCA herrschte Zufriedenheit beim FSV. Mit 28 Punkten und einem Spiel weniger als die Konkurrenz belegten unsere Bornheimer Platz sieben der Hinrundetabelle und befanden sich in Lauerstellung auf die Aufstiegsplätze. Wer hätte das vor der Saison gedacht?

Es hätte allerdings auch niemand gedacht, dass es nach diesem Spiel einen internen Rückschlag zu Verdauen gilt: Bernd Reisig erklärte nach diesem Spiel seinen sofortigen Rücktritt als Geschäftsführer des FSV Frankfurt. Im Rahmen der Pressekonferenz nach dem Spiel präsentierte Reisig die Chronologie des Zwists um den Umbau der Haupttribüne des Frankfurter Volksbank Stadions. „Wir sind in die Mühlen eines internen Machtkampfes innerhalb der CDU hinein geraten“, so Reisig. Daher fiel sein Entschluss: „Aufgrund der verfahrenen Situation ziehe ich meine persönlichen Konsequenzen. Ich trete nicht zurück, weil ich verloren habe. Ich trete zurück, weil ich keine Kraft mehr habe, um diesen wunderbaren Verein weiter zu führen. Ich bedauere das sehr, weil der FSV ein Teil meines Lebens ist.“
Bernd Reisig prägte eine Ära des FSV Frankfurt. Seit 1994 war er für den FSV in den Funktionen Schatzmeister, Vize-Präsident, Präsident, Manager und Geschäftsführer tätig. Reisig zeichnete sich hauptverantwortlich für die sensationelle sportliche und strukturelle Entwicklung des Traditionsvereins, inklusive des „dreifachen“ Aufstiegs des Clubs, auch „Wunder von Bernem“ genannt, von der Oberliga über die Regionalliga, mit „Überspringen“ der dritten Liga bis in die 2. Fußball-Bundesliga.

Nach der Verarbeitung dieses Schocks präsentierte der FSV Frankfurt in der folgenden Woche die neue Geschäftsführung: Clemens Krüger, Jens-Uwe Münker, Uwe Stöver plus Julius Rosenthal übernahmen das Zepter. Die bisherigen Prokuristen Clemens Krüger, Jens-Uwe Münker und der bisherige Leiter Sport, Uwe Stöver wurden gemeinsam als neue Geschäftsführung installiert. Als Vertreter des Gesellschafters in der Geschäftsführung wurde Vereinspräsident Julius Rosenthal vorgestellt. Die Geschäftsführung wurde in folgende Bereiche gegliedert: Clemens Krüger als Geschäftsführer Finanzen, Jens-Uwe Münker als Geschäftsführer Organisation und Uwe Stöver als Geschäftsführer Sport. Dazu als Bindeglied zwischen Verein und GmbH: Präsident Julius Rosenthal.

Zu Beginn der Rückrunde ging es dann zu Arminia Bielefeld, die man zu Saisonautakt vor heimischer Kulisse schlagen konnte. Auch dieses Mal deutete alles auf einen Erfolg gegen die Ostwestfalen. Gjasula (53.) hatte den FSV nach der Pause durch einen Foulelfmeter in Führung gemacht, jedoch musste unsere Mannschaft noch den Ausgleich durch di Gregorio (78.) hinnehmen. Als nächstes stand die Partie gegen Rot Weiß Oberhausen auf dem Programm. Aufgrund der knappen 0:1 Auswärtsniederage aus dem Hinspiel hatte der FSV noch eine Rechnung zu begleichen.

FSV Frankfurt - Rot Weiß Oberhausen 4:0 (15.Spieltag - 03.12.2010)

FSV-Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen änderte sein Team nach der Partie in Bielefeld auf lediglich einer Position, da er sich mit dem Auftreten der Mannschaft beim 1:1-Remis auf der „Alm“ zufrieden zeigte. Momar N’Diaye ersetzte Mario Fillinger im linken Mittelfeld, Fillinger nahm auf der Bank Platz. Das Spiel endete wie es begann, mit einer tollen Chance für Sascha Mölders. Beide konnte er nicht nutzen, trotzdem war es mit drei erzielten Toren sein Tag. Bei der ersten Gelegenheit servierte Sven Müller nach einem langen Pass von Mike Wunderlich den Ball per Kopf, doch Mölders brachte das Spielgerät nicht unter Kontrolle. Es folgten zwei Top-Gelegenheiten für RWO Angreifer Patrick Schönfeld: In der 7. und in der 8. Minute tauchte er frei vor FSV-Keeper Patric Klandt auf, beide Male legte er den Ball knapp am langen Pfosten vorbei. Das blieben die einzigen beiden Chancen der Oberhausener im gesamten Spiel. Stattdessen brannte es auf der anderen Seite lichterloh: In der 19. Minute setzte Momar N ‘Diaye Mölders in Szene, der Mittelstürmer spitzelte den Ball an Oberhausens Torhüter Sören Pirson vorbei und schob in die gegnerischen Maschen zur 1:0-Führung ein.

Jetzt ging es nur noch in eine Richtung: Nach einem Eckball wurde Gledsons Kopfball erst auf der Linie gestoppt, nach einer Hereingabe von Christian Müller traf Jürgen Gjasula den Ball nicht völlig, die nächste Müller-Flanke „verwertete“ Benjamin Reichert beinahe zu einem Eigentor. Auch der schönste Spielzug der gesamten Partie war nicht von Erfolg gekrönt: Mit wunderbarem Direktspiel kam der Ball über Gjasula und Mölders zu N‘Diaye, der jedoch am RWO-Torwart nicht vorbeikam. Kurz vor der Pause setzte sich Mölders gegen gleich zwei Abwehrspieler durch, aber auch seinen Schuss konnte Pirson noch am Tor vorbeilenken. Zum zweiten Abschnitt brachte Boysen Mario Fillinger für eine stabilere Defensive. Diese Einwechslung hatte sich schon nach fünf Minuten ausgezahlt, allerdings in der Offensive:  Mit einem „Tor des Monats“- reifen Schlenzer aus 20 Metern Torentferung markierte Fillinger das 2:0.

In diesem Rhythmus ging es weiter: In der 55. Minute wollte Mölders in aussichtsreicher Position den Ball in die Strafraummitte legen. Durch einen RWO-Abwehrmann kam das Spielgerät wieder zu Mölders zurück, der sich die Chance nicht mehr nehmen ließ und ins kurze Eck zum 3:0 vollendete. Erneut vier Minuten später setzte sich Mölders an der linken Außenkante des Strafraums durch, aus spitzem Winkel landete sein abgefälschter Schuss im RWO-Kasten, 4:0! Das war zu viel für viele der angereisten Oberhausener Schlachtenbummler, die entmutigt die Nordkurve verließen.

Saison 2010/2011: Teil 3

Im dritten und letzen Teil unseres Saisonrückblicks schauen wir heute auf die Rückrunde der Saison zurück. Dass umkämpfte Remis in Paderborn, der Klassenerhalt in Osnabrück oder der Saisonabschluss gegen den FC Erzgebirge Aue – beim FSV Frankfurt wurde es zum Ende der Saison richtig spannend. Zwar lief es rein sportlich gesehen nicht mehr so gut wie in den vorherigen Saisonabschnitten, dennoch hatten Spieler und Fans auch am Ende der Saison allen Grund zum Feiern.

Wie bereits zum Abschluss unseres zweiten Saisonrückblicks erwähnt, verlief der Einstieg in die Rückrunde der Saison 2010/2011 sehr erfolgreich. Nach dem Unentschieden in Bielefeld und dem spektakulären Heimsieg gegen Rot-Weiß Oberhausen deutete alles darauf hin, dass der sportliche Erfolg auch in der Rückrunde anhalten sollte. Das Spiel bei Fortuna Düsseldorf stellte dann jedoch den Startpunkt einer sportlichen Talfahrt dar, in dessen Verlauf der FSV einige Niederlagen und Rückschläge hinnehmen musste. Das halbe Dutzend Gegentreffer bei der Fortuna hatte bei den Spielern anscheinend Spuren hinterlassen. Zwischen dem 20. und dem 26. Spieltag holte der FSV Frankfurt nur einen Punkt von 21 möglichen Zählern und rutschte in der Tabelle innerhalb von wenigen Wochen von Platz 8 auf 11 ab. Der Punktgewinn gegen die SpVgg Greuther Fürth (0:0) konnte über die Niederlagenserie gegen Erzgebirge Aue (3:1), Alemannia Aachen (2:1), den KSC (1:2), Energie Cottbus (2:1), Hertha BSC Berlin (3:1) und den FC Ingolstadt (0:2) nicht hinwegtrösten. Dem FSV drohte der Absturz in die untere Tabellenregion. Durch eine beeindruckende Leistung in der Schlussphaseim Auswärtsspiel beim SC Paderborn konnte sich der FSV nach längerer Durststrecke wieder über einen Punktgewinn freuen.

SC Paderborn 07 - FSV Frankfurt 2:2 (27.Spieltag - 20.03.2011)

FSV-Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen nahm im Vergleich zum Heimspiel gegen Ingolstadt eine Änderung in der Startelf vor: Für Marc Stein begann Manuel Konrad auf der linken Abwehrseite. Ganz in weiß betrat der FSV gegen die schwarz-blauen Paderborner das Feld. Leider wiederholte sich nicht das Szenario aus der letzten Saison: Nach 13 Sekunden stand es noch immer 0:0. Im letzten Jahr hatte zu diesem Zeitpunkt Cidimar schon zur FSV-Führung getroffen. Dafür passierte schnell etwas auf der anderen Seite, genauer gesagt nach 1:45 Minuten. Christian Müller wurde unsanft zu Fall gebracht, Schiedrichterin Bibiana Steinhaus pfiff aber nicht. So war der Weg frei für Philipp Heithölter, der den Ball von der linken Seite über den machtlosen Patric Klandt hinweg zur 1:0-Führung ins Tor lupfte. Der nächste Schock folgte nach sieben Minuten: Über Umwege kam der Ball im Strafraum zu Sören Brandy, der plötzlich völlig frei vor Klandt stand und sich die Chance zum 2:0 nicht entgehen ließ. Nach einer Viertelstunde stürmte Enes Alushi auf den freistehenden Klandt zu, doch der FSV-Keeper konnte den langen Pass noch rechtzeitig abfangen. Der FSV versuchte, nach vorne zu spielen, doch der letzte Pass, die letzte Flanke kamen nicht an. Das änderte sich zum Glück nach 18 Minuten. Christian Müller flankte an die Fünfmeterraummarkierung und Geburtstagskind Sascha Mölders (26 Jahre) köpfte zum 1:2-Anschlusstreffer ein. Für den FSV keimte wieder Hoffnung auf! Jetzt funktionierten auch die Kombinationen besser, der FSV versuchte nachzulegen. Aber auch der SCP blieb gefährlich: Björn Schlicke klärte im letzten Moment gegen Daniel Brückner, Rolf-Christel Guie-Mien rutschte der Ball in der nächsten Situation über den Fuß. Die folgende Doppelchance eine Minute später wurde in gemeinsamer Arbeit der FSV-Hintermannschaft abgeblockt. Nach einer halben Stunde wollte der FSV Daniel Brückner ins Abseits laufen lassen, doch der Schiedsrichterassistent ließ die Fahne unten. Brückner wollte Klandt überlupfen, aber der FSV-Schlussmann bekam seine Finger noch an den Ball und lenkte das Spielgerät am Tor vorbei. In der 40. Minute gelang nach etwas Leerlauf wieder ein Angriff mit Flanke von Christian Müller und Direktabnahme von Gjasula, aber der Schuss stellte kein Problem für Paderborns Torhüter Daniel Masuch dar. Nach der Pause kam der offensivere Mario Fillinger für Samil Cinaz. Doch die erste Gelegenheit hatte der Paderborner Heithölter per Freistoß, Klandt hielt den Ball sicher, wie auch die folgenden Freistöße und den Lupfversuch des eingewechselten David Jansen. Kurz darauf verpasste Aziz Bouhaddouz den Torerfolg nur knapp nach einem Eckball. Fünf Minuten später hätte der Deutsch-Marokkaner zweimal per Kopf vollenden können, doch der Abschluss war zu unpräzise. Besonders Jürgen Gjasula hatte in der 75. Minute die große Möglichkeit, den Ausgleich aus etwas zehn Metern Torentfernung zu erzielen, doch sein Versuch konnte von Torhüter Masuch pariert werden.


Die Schlussphase hatte es in sich: Zuerst rettete Müller kurz vor der Linie, danach Klandt alleine gegen Alushi. Genug Chancenfutter für den SCP also, den Sack zuzumachen. Doch dieses Mal war das Glück auf der FSV-Seite: Eine druckvolle Hereingabe in den Strafraum verwertete Paderborn-Schreck Cidimar per Kopf zum vielumjubelten 2:2 Ausgleich. Mit der letzten Parade brachte Klandt den Punkt unter Dach und Fach. An diesem sonnigen Sonntag gab es endlich wieder lachende Gesichter in den Reihen des FSV Frankfurt.

Die Freude über den Punktgewinn währte jedoch nicht lange, denn schon in den nachfolgenden beiden Spielen musste der FSV wieder Rückschläge hinnehmen. Im Heimspiel gegen den VfL Bochum musste man sich der Mannschaft von Friedhelm Funkel mit 0:1 geschlagen geben, bei Union Berlin verloren unsere Bornheimer mit 0:2. Nach dem 29. Spieltag schrillten die Alarmglocken beim FSV. Zwar hatte man zu diesem Zeitpunkt noch sieben Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz, jedoch gab es für ein beachtliches Restprogramm zu absolvieren. Der anschließende Heimsieg gegen 1860 München sorgte dann für große Erleichterung im Verein. Beim FSV konnte man sich seit fast drei Monaten mal wieder über drei Punkte freuen. Es gab aber noch mehr Grund zur Freude. Mit einem Punktgewinn beim VfL Osnabrück konnte der FSV vorzeitig den Klassenverbleib sichern und Zittern und Bangen zum Saisonende vermeiden.

VfL Osnabrück - FSV Frankfurt 1:1 (31.Spieltag - 21.04.2011)

Mit dem 1:1-Unentschieden beim VfL Osnabrück konnte der FSV Frankfurt das Saisonziel "Klassenverbleib" bereits vorzeitig sichern. In einem hart umgekämpften Spiel waren es unsere Bornheimer, die früh in Führung gehen konnten, im späteren Spielverlauf aber auch mächtig Glück hatten. FSV-Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen musste auf seine komplette kreative Mittelfeldzentrale verzichten. Jürgen Gjasula war aufgrund der fünften Gelben Karte gesperrt, Mike Wunderlich hütete zuhause wegen einer Grippeerkrankung das Bett. Auf der Gegenseite war der ehemalige FSV’ler Henrich Bencik ebenfalls grippekrank, der frühere FSV-Kapitän Angelo Barletta nahm vorerst auf der Osnabrücker Ersatzbank Platz. Der FSV lief in einer 4-4-2-Formation auf. Vor der aus dem vorhergehenden Spiel gegen den TSV 1860 München bekannten Hintermannschaft agierte eine Viererkette im Mittelfeld mit Sven Müller, Samil Cinaz, Marc Heitmeier und Mario Fillinger. Davor stürmte Sascha Mölders gemeinsam mit Momar N’Diaye. Nach dem Kampf durch den dichten Osterverkehr schaffte es auch der FSV-Fanbus rechtzeitig zum Anpfiff ins Stadion. Die Mannschaft des FSV betrat in schwarz-blauen Heim-Trikotsund weißen Auswärts-Hosen das Spielfeld. Auch die Stutzen waren weiß, zumindest bis zum Anpfiff. Die „Veilchen“ kamen heiß aus der Kabine und belagerten sofort die Hälfte des FSV. Bereits nach wenigen Sekunden musste FSV-Torhüter Michael Langer eine Hereingabe zum Eckball klären. Die erste Aktion des FSV war ein Freistoß von Björn Schlicke aus 35 Metern, der ebenfalls zur Ecke geklärt wurde. Und daran war wieder Schlicke maßgeblich beteiligt. Der Eckball von der linken Seite – getreten von Sven Müller - wurde von Sascha Mölders per Kopf verlängert. Der FSV-Capitano grätschte in den Ball und bugsierte ihn zur frühen 1:0-Führung ins VfL-Tor. Ein super Auftakt für den FSV! Die Osnabrücker rannten daraufhin noch wütender nach vorne. Nach zehn Minuten rauschte eine gefährliche Flanke an Freund und Feind vorbei ins Toraus. Die Osnabrücker spielten engagiert, aber präsentierten sich oft zu unpräzise. In der 19. Minute folgte der zweite versuchte Torschuss des FSV. Ein lang geschlagener Ball wurde erneut von Sascha Mölders per Kopf verlängert, aber der Knaller von Mario Fillinger ging am Kasten vorbei. Eine Minute danach hatte Mölders selbst die Riesenchance, auf 2:0 zu erhöhen, doch freistehend scheiterte er am Osnabrücker Keeper Tino Berbig. Die darauffolgende Ecke versenkte Momar N’Diaye auch nur beinahe im gegnerischen Tor. Nach einer halben Stunde handelte sich Samil Cinaz die zehnte Gelbe Karte ein und fehlt damit im heutigen Heimspiel des FSV gegen den MSV Duisburg. Dem „Sechser“ des FSV sprang in der 37. Minute eine Hereingabe, bei der Gledson bei der versuchten Klärung blockiert wurde, an den Oberarm. Schiedsrichter Christian Leicher gab den (bereits in einigen Situationen vom Publikum geforderten) Strafstoß. Sebastian Tyrala verwandelte den Elfmeter sicher flach ins linke Eck zum 1:1-Ausgleich. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte prüfte Mölders den VfL-Keeper noch einmal aus spitzem Winkel, blieb jedoch erfolglos. Zu Beginn der zweiten Hälfte startete der Gastgeber erneut mit vollem Elan in Richtung FSV Tor. Besonders Flamur Kastrati tat sich dabei hervor. Auch Benjamin Siegerts Kopfball segelte nur knapp an Langers Kasten vorbei. Nach einer Stunde kam für den angeschlagenen Momar N’Diaye Marc Gallego. Kurz zuvor ersetze bereits Stefan Hickl den gelb-rot-gefährdeten Samil Cinaz. Das Bild der zweiten Hälfte glich dem ersten Abschnitt: Osnabrück entfachte, von enthusiastischen Zuschauern nach vorne gepeitscht, enormen Druck, aber konnte den letzten Pass nicht anbringen. In der 73. Minute kam Manuel Konrad für Sven Müller ins Spiel, das FSV-Wechselkontingent war erschöpft. Andreas Dahlén (bereits in der ersten Hälfte), Christian Müller und Sascha Mölders sahen die Gelbe Karte. Auf Osnabrücker Seite sahen Jan Mauersberger und Konstantin Engel den Verwarnungskarton. Ein echtes Kampfspiel in der Osnatel-Arena, das viel Kraft kostete.
Dennis Schmidt stand eine Viertelstunde vor Schluss frei – allerdings in spitzem Winkel – vor Langer, aber er setzte den Ball ans Außennetz. Im Zuge der Schlussoffensive setzte Schmidt einen Kopfball über das Tor, Alexander Schnetzler platzierte einen Distanzschuss nicht genau genug und Kastrati semmelte als letzte Möglichkeit den Ball über das Tor. Alles Bemühen der Osnabrücker blieb wirkungslos, der FSV brachte den Ausgleich über die Zeit. Es war geschafft, Glückwunsch FSV!

Das Heimspiel gegen den MSV Dusiburg (0:4) sowie die Auswärtsniederlage beim FC Augsburg (2:1), der durch diesen Sieg den Aufstieg in die 1. Bundesliga feiern konnte, waren enttäuschend, jedoch war man beim FSV immer noch sehr erleichtert, auch im kommenden Jahr in der 2. Bundesliga zu spielen. Gegen den FC Erzgebirge Aue wollte man die jüngsten Niederlagen vergessen machen und einen erfolgreichen Saisonabschluss feiern. 

FSV Frankfurt – FC Erzgebirge Aue 0:2 (34.Spieltag - 15.05.2011)

Der letzte Auftritt unserer Schwarz-Blauen auf dem Rasen gab wenig Grund zum Jubeln. FSV-Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen musste kurz vor Anpfiff umdisponieren, brachte Aziz Bouhaddouz für den verletzten Innenverteidiger Gledson in die erste Elf. Christian Müller, der vor dem Spiel gemeinsam mit acht weiteren Akteuren verabschiedet wurde, agierte auf der rechten Abwehrseite, Manuel Konrad auf der linken.

Das Spiel kam nur langsam in Gang. Die erste Chance der Auer vergab Jan Hochscheidt mit einem Schlenzer aus 15 Metern über das Tor. Alban Ramaj war dann der erste Spieler, der Michael Langer im FSV-Kasten prüfte. Der Österreicher hielt den Schuss ins „kurze Eck“ sicher. Nach 25 Minuten erzielte Christian Müller in seinem letzten Spiel das erste Tor für den FSV, leider ins falsche Netz. Eine Flanke von der rechten Seite „klärte“ Müller unhaltbar für Langer in die rechte Ecke.

Die Zuschauer im Frankfurter Volksbank Stadion, die inzwischen durch den einsetzenden Regen auf eine Geduldsprobe gestellt wurden, sahen noch zwei kuriose Freistöße. Der Flach getretene Ball von Erzgebirge Aue segelte flach an Freund und Feind vorbei, genauso wie am Frankfurter Tor. Auf der Gegenseite klügelten sechs FSV-Akteure eine Variante aus, die interessant anzusehen, aber wenig erfolgreich war. Der letzte Schuss vor der Halbzeitpause von Sven Müller flog knapp einen halben Meter über das gegnerische Gehäuse.

Die zweite Halbzeit begann mit mehreren Unaufmerksamkeiten in der Hintermannschaft des FSV, doch die Gäste nahmen die Geschenke nicht an. Nach gut einer Stunde kam der FSV zu drei Gelegenheiten, aber konnte kein Kapital daraus schlagen. Momar N’Diaye schoss über das Auer Tor und Aziz Bouhaddouz scheiterte nach Pass von Mario Fillinger am Gästekeeper Martin Männel. Bouhaddouz war es auch, der das Ziel in der 74. Minute nur um Zentimeter verpasste. Auf der Gegenseite reagierte FSV-Schlussmann Langer hervorragend, denn die Erzgebirgler kamen zu zahlreichen Möglichkeiten. Doch in der 79. Minute war auch Langer machtlos, als Robert Strauß über die rechte Seite in den Strafraum eindrang und quer zu Jan Hochscheidt legte, der den Ball nur noch zum 2:0 einschieben musste. Der eingewechselte Skerdilaid Curri und Marc Hensel hätten das Resultat sogar noch erhöhen können, doch Curri kam knapp zu spät und Hensels Kopfball wurde auf der Linie geklärt.

Der FSV konnte zum Saisonabschluss keinen positiven Impulse mehr setzen und erreichte trotzdem mit dem 13. Rang die beste Saisonendplatzierung in der eingleisigen 2. Fußball Bundesliga. Gejubelt und gefeiert wurde dann aber doch noch. In einem großen Fanfest kamen Spieler und Fans zusammen und feierten den gemeinsamen Klassenverbleib.

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